Am 22. November 2016 war die Schriftstellerin Grit Poppe zu Gast im Deutschunterricht der 8a und 8b - dankenswerter Weise unterstützt von der Projektwerkstatt Potsdam in der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Potsdamer Lindenstraße. Das ist heute eine Gedenkstätte unter der Leitung von Frau Eich, mit der wir u.a. für Facharbeiten und Führungen gedeihlich zusammenarbeiten.

Grit Poppe schreibt - wie Linnea, die auch kurz etwas auf der Bühne vorlas - seit ihrem 8. Lebensjahr; ihren Werdegang beschreibt sie selbst hier: http://www.grit-poppe.de/biografie.html

Sie las aus ihrem neuesten Jugendroman "SCHULD", dem vorläufig letzten in der DDR-Trilogie

"WEGGESPERRT" und "ABGEHAUEN", die beiden Vorläufer-Romane von Grit Poppe, hatten wir im Unterricht gelesen und besprochen.

Grit Poppes Thema sind Schicksale unangepasster, non-konformer Jugendlicher in der SED-Diktatur, die Schritt für Schritt die Konsequenzen erfahren bis hin zum Jugendwerkhof in Torgau und Knast in Halle und Berlin.

Grit Poppes Geschichten beruhen auf selbst erlebten oder authentisch abgebildeten Erfahrungen zahlreicher Leidtragender.

   
   

Im Literaturunterricht untersuchen wir nun: Wie ging man "im Westen" mit unangepassten Jugendlichen um? Was geschah mit ihnen? Dazu vergleichen wir "Tschick"; aber auch Punks und andere "Aussteiger"-Figuren.

Lag es am "System", mit dem sie sich nicht identifizieren konnten, in Ost und West? An den Familienverhältnissen, miesen Start-Chancen im Leben? An ihren Idealen? Wir vergleichen…

Und sage niemand, dass heutige Jugendliche nur handygetriebene, videogames-süchtige, unpolitische Couch-Kartoffeln seien!

    

Die auf gründlichen Lektüre-Kenntnissen beruhende Diskussion sowohl im Unterricht als auch mit Grit Poppe in der Großen Runde sowie die Ergebnisse der abschließenden Klassenarbeit, einer Erörterung zum Thema, war in beiden Klassen sehr engagiert und zeigte viele neue, tiefere Einsichten und insgesamt erfreuliche Ergebnisse dieser Unterrichtseinheit.

 St. Lobert